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Höhenkrankheit und Akklimatisation
Donnerstag, 17. Mai 2007

Besteigt man Berge über 2.500 Meter können bereits erste Symptome einer Höhenkrankheit auftreten. Dabei ist es auch unerheblich wie alt oder wie trainiert der Bergsteiger ist. Fast 75% aller Bergsteiger sind in Höhen über 3.000 Meter von Symptomen der Höhenkrankheit betroffen. 

Einteilung der Höhenstufen

 Höhe Zone
 Aufwirkung auf den Körper
0-3000m  Mittlere Höhe Ab 2.500 Meter (Schwellenhöhe) können bei raschem Aufstieg erste Symptome der Höhenkrankheit auftreten. Grundsätzlich keine große Beeinträchtigung durch die Höhe.
2500-4000m Große Höhe Ohne richtige Akklimatisation ist in dieser Höhe die psychische und physische Leistungsfähigkeit bereits reduziert. Auf Grund des geringeren Luftangebotes erhöht sich die Atem- und Herzfrequenz.
4000-7500m Extreme Höhe
Der Körper ist nicht mehr in der Lage ohne Akklimatisation das verringerte Luftangebot zu kompensieren. Bewusstlosigkeit und Tod können bereits die Folge sein.
7500+m Todeszone
In der kritischen Zone über 7.000m ist eine Anpassung nicht mehr möglich. Der Körper regeneriert sich nicht mehr und baut ab. Ein Aufenthalt in dieser Höhe ist nur für sehr kurze Zeit möglich.

Symptome der Höhenkrankheit

Frühzeichen der Höhenkrankheit:

- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Appetitlosigkeit
- Leistungsabfall
- Ruhepulsanstieg (um 20%)
- Schlechter Schlaf
- Allgemeines Unwohlsein


In dieser Phase zeigen die Symptome, dass eine Akklimatisation ist sinnvoll. Ein weiterer Aufstieg sollte nicht durchgeführt werden. Präventiv und akut können 600mg Ibuprofen (1x täglich) verwendet werden.

Warnzeichen der Höhenkrankheit:

- Schwere Kopfschmerzen
- Schwere Übelkeit, Erbrechen
- Rapider Leistungsabfall zur totalen Erschöpfung
- Herzjagen
- Schwindel und Benommenheit
- Lichtempfindlichkeit
- Gleichgewichtsstörungen
- Nächtliche Schlaflosigkeit
- Trockener Husten

Diese akuten Warnzeichen müssen umgehend ernst genommen werden. Ein sofortiger Abstieg um mindestens 500 Höhenmeter ist angebracht. Eine Einnahme von 250 mg Acetazolamid (Diamox), zweimal täglich und ggf. Iboprofen ist angeraten. Je nach Schwere der Symptome ist die Gabe von künstlichem Sauerstoff notwendig.

Folgen eines weiteren Aufstieges und eines Aufenthalt in großen Höhen ohne vollständiger Akklimatisation können weiters folgende Krankheiten sein:

- Höhenhirnödem (HACE) - kann zum Tod führen
- Höhenlungenödem (HAPE) - kann zum Tod führen
- Periphere Höhenödeme
- Netzhautblutungen

Akklimatisation

Leistungen von Extrembergsteigern zeigen, daß der menschliche Körper durchaus in der Lage ist, sich an große Höhe anzupassen - und dies vergleichsweise schnell. Um mehr Sauerstoff in großer Höhe aufnehmen zu können, produziert der Mensch mehr rote Blutkörperchen. Diese Produktion braucht allerdings Zeit ist geschieht vor allem in gesundem und entspanntem Zustand.

Folgende Tipps für eine sichere Akklimatisationstaktik haben sich bewährt:

Climb High, Sleep Low Langsamer Aufstieg in Große Höhen. Schlaf bzw. Akklimatisation so tief wie möglich. Täglicher Gewinn der Schlafhöhe ca. 500 Hm. Ab 1.000m Höhengewinn ein zusätzlicher Akklimatisationstag. Während Akklimatisationstage möglichst keine anaeroben Anstrengungen.
Don't go too fast too high Aufstieg in gemächlichem Tempo mit ausreichend Pausen. Viel Trinken und kohlenhydratreiche und möglichst fettarme Ernährung.
Don't go up, until symptoms go down Bei Auftreten von Symptomen der Höhenkrankheit nicht weiter aufsteigen, sondern Akklimatisation in niedrigeren Höhen durchführen!

Weiters gilt: Alkoholverbot während der Akklimatisation, keine Schlafmittel verwenden, warme Kleidung anziehen. 

Eine erfolgreiche Höhenanpassung zeigt sich durch die Reduktion des Ruhepulses auf den Normalwert, die Rückkehr der körperlichen Leistungsfähigkeit, normale Atmung (auch während der Nachtstunden).

Quelle: BexMed - Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin. 

 

 

 
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