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Hochblaser / Kalte Mauer (via Kaiser-Franz-Josef und Rossloch Klettersteig)
Freitag, 21. September 2007

Einleitung

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Hochblaser? Von diesem Berg hatte ich zweifelsohne noch nie etwas gehört. Sehr wohl aber vom neuen Kaiser-Franz-Josef (D) und den Rossloch Klettersteig (E), der auf diesen Gipfel in der Hochschwabgruppe führt.

Am Ende dieser Tour mußte ich allerdings eingestehen - der Hochblaser und in die Folge die 'Kalte Mauer' werden mit noch sehr sehr lange in Erinnerung bleiben...

Zahlen und Daten

Datum: Freitag, 21.09.2007

Gipfelhöhe: 1.771 m (Panorana mit Hochblaser und Kalter Mauer)
Tourenart: Klettersteig, Bergwanderung
Ausrüstung
: Klettersteigausrüstung, Stirnlampe (für Rossloch)
Stützpunkte: Jausenstation am Leopoldsteiner See

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[Download Google Earth .KML File] 

Route mit Normwegzeiten:
Parkplatz Leopoldsteiner See - Einstieg KFJ Klettersteig: 1/4 Std. (120 Hm)
Einstieg KFJ - Ausstieg KFJ: 4 Std. (860 Hm)
Ausstieg KFJ - Einstieg Rossloch: 1/2 Std. (100 Hm)
Einstieg Rossloch - Ausstieg Rossloch: 1 Std. (-70 / +70 Hm)
Ausstieg  Rossloch - Gipfel Hochblaser: 3/4 Std. (100 Hm)
Gipfel Hochblaser - Gipfel 'Kalte Mauer': 1 1/2 Std. (-120 / +230 Hm)
Gipfel 'Kalte Mauer' - Leopoldsteiner See (via 822): 2 3/4 Std. (+230 Hm / -1390 Hm)

TOPO Kaiser-Franz-Josef Klettersteig (von www.bergsteigen.at)
TOPO Rossloch Höhlen Klettersteig (von www.bergsteigen.at)

Höhenmeter Aufstieg: ca. 1500 m mit Gegensteigungen
Höhenmeter Abstieg
: ca. 1500 m 

Dauer Gesamt: 10 Std.
Aufstieg: 6,5 Std. (Hochblaser) + 1 Std. (Kalte Mauer), Abstieg: 2 3/4 Std.
Gesamtstrecke: ca 10,5 km

Wetter: Warmer Herbsttag, 18°C (Gipfel) - 24°C (Tal)
Seilschaft: -

Besonderheiten: Tourabbruch an der Kalten Mauer wg. zu schwierigem Gelände, Verirrt in den Latschen, Begegnung mit einem ausgewachsenen fauchenden Gamsbock.

Geocaching on Tour: k.u.k. Martyrium (GC14VC3), Hinter der Mauer (GC14V14)

Story

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Weitere Bilder... 

Ein strahlend schöner Herbsttag wird vorausgesagt, also nichts wie ab in die Berge - am Besten südseitig in einen Klettersteig. Also fahre ich frühmorgens mit dem Auto in ein mir bislang noch unbekanntes Gebiet rund um die Stadt Eisenerz in der Steiermark.  Laut Tourenführer gibt es dort seit kurzem zwei neue Extrem-Klettersteige die auf den ansich für mich unbekannten Hochblaser führen.

Ich parke das Auto am malerischen Leopoldsteiner See auf ca. 630m Seehöhe und marschiere vorbei an einer kleinen (wenig malerischen) Jausenstation Richtung Seewand, durch welcher der Kaiser-Franz-Josef Klettersteig (D) führt.

Nach einer knappen Viertelstunde erreiche ich bereits den Einstieg und die senkrechte herausfordernde Einstiegswand. Nachdem die Ausrüstung angelegt ist starte ich in den Klettersteig und geniesse die gut markierten Abschnitte des Steiges bei strahlendem Sonnenschein.

Die Tiefblicke Richtung Leopoldsteiner See bezaubern den Begeher und lassen die Mühen des doch recht rassigen und teilweise ausgesetzten Aufstieges immer wieder schnell vergessen. Zu meiner völligen Entzückung treffe ich dann im oberen Bereich noch auf einen Jausenplatz samt tibetanischer Gebetsfahne mit perfekter Aussicht auf das [[Kaiserschild]], den Hochkogel, den Pfaffenstein und den [[Erzberg]].

Das Finale des Klettersteiges bildet eine lustige Turnerei auf Gratspitzen und eine optionale "Show"-Seilbrücke, die über eine Schlucht gespannt ist, und ein paar Meter daneben wieder zurückführt.

Nach dem Ausstieg wandere ich weiter Richtung Rosslochhöhlen-Klettersteig (E), der natürlich mitgenommen auf dieser Tour nicht links liegen gelassen wird.

Nach einer halben Stunde erreiche ich einen schönen Wiesenhang, und erblicke ein finsteres Loch im Boden, durch das der Klettersteig wieder aus dem Dunkeln heraufführt.

Zuvor gilt es jedoch den Rucksack zu deponieren, und dann im Einbahnsystem eine doch recht steile versicherte Felswand zum Einstieg abzuklettern. Recht spektakulär zeigt sich der Beginn des Steiges, der über eine Seilbrücke in die Höhle von unten führt.

Danach beginnen die Schwierigkeiten richtig zu steigen und die letzten Kräfte (jaja, der Kaiser-Franz-Josef Klettersteig war doch ganz schön anstrengend) werden mobilisiert, um dem dunklen Loch wieder zu entkommen.

Nach gut einer Stunde ist der Spuk vorbei, und ich stehe wieder beim Rucksackdepot - war für ein tolles Abenteuer!

Mein Weg führt mich nun weiter Richtung Gipfel des Hochblaser auf 1.771 Meter, den ich nach ca. einer 3/4 Stunde endlich erreiche. Eine ausgiebige Gipfelrast mit einem traumhaften Ausblick entschädigen für die Mühen der letzten Stunden. Beeindruckend sieht von dort auch die zum Greifen Nahe 'Kalte Mauer' aus.

Nach kurzem Kartenstudium entscheide ich mich spontan, auch diesen Berg, der ansonsten nur schwer erreichbar ist, mitzunehmen - ein mutiges Unterfangen, wie sich später herausstellt.

Ich steige nun entlang einer reichlich steilen Wiesenflanke eine Senke hinab und folge dem schlecht ausgetretenen Pfad durch Latschen und über einen Wiesenrücken Richtung 'Kalte Mauer'. Mittlerweise ist es 15.30 Uhr geworden und ich zweifle schon etwas daran, ob sich das alles zeitlich ausgeht.

Ich erreiche am Beginn des finales Grates auf die 'Kalte Mauer' eine Art vorgelagertes Gipfelbuch, und sehe darin auch, warum die Pfade hier schon wenig ausgetreten sind. Für das Jahr 2007 sind insgesamt nur rund 30 Eintragungen vorhanden.

Schon ziemlich erschöpft betrete ich nun den teils nordseitig (etwas leicht angeeisten) sehr ausgesetzten Gipfelgrat und folge dem Verlauf Richtung Gipfelkreuz. Nach 15 Minuten breche ich schließlich nach ca. der Hälfte des Weges ab, da teilweise Schnee am Grat liegt und sich Kletterstellen im 2ten Schwierigkeitsgrad ergeben. Auf Grund meiner Müdigkeit, der fortgeschrittenen Zeit und des für mich schwer einzuschätzenden Risikos drehe ich um.

Der Rückweg wird dann zum Abenteuer. Da ich mir natürlich die Gegensteigung von ca. 120 Hm zurück auf den Hochblaser sparen möchte, kürze ich über einen ganz leicht in der Karte eingezeichneten Pfad Richtung Südwesten ab. In Folge lande ich mitten in einem Latschenfeld und kann mich schließlich weder noch vor und zurück bewegen.

Leicht verunsichert studiere ich nochmals das gesamte verfügbare Kartenmaterial und beschließe Richtung Schloßwilzing zu gehen in der Annahme, daß irgendwo ein Weg in der Nähe dieser verfallenen Alm sein müßte. Unter Einsatz meiner gesamten Orientierungsfähigkeit finde ich schließlich nach einer Aug-in-Aug Begegnung mit einem fauchenden Gamsbock  in der beginnenden Abendröte den Normalweg wieder.

Zum Abschluß ist nun nur noch die 'Lächerlichkeit' von rund 900 Hm bergab zu überwinden. Der Normalweg bergab ist ansich gut gehbar, mit Ausnahme von 1-2 Stellen die vermutlich auf Grund von Oberflächenwasser sehr erodiert sind und auch die Sicherungen sind dort beschädigt.

Kurz vor der Finsternis erreiche ich das Auto und blicke auf eine lange, ereignisreiche, anstrengende aber ausgesprochen schöne Tour zurück.

Fazit: Der Kaiser-Franz-Josef und der Rossloch Klettersteig sind perfekt markierte und ausgesprochen interessante Klettersteige, die dem fortgeschrittenen Begeher sich Spass machen. Der Gipfel des Hochblasers kann ohne Probleme noch mitgenommen werden. Die Begehung der 'Kalten Mauer' ist sicher ein einsames und daher einzigartiges Erlebnis in Mitten einer prachtvollen Natur. Man sollte allerdings genügend Zeit für diese Tour mitbringen!

Google Maps Routenübersicht

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